Beginnt man einen Text zu schreiben, wird man immer wieder feststellen, dass der Anfang doch nicht so gut geworden ist, wie man das wollte. Vielleicht ist der Text langweilig, beschreibt zu viel oder zu wenig, es treten zu viele Personen auf, so dass der Leser nicht mehr weiß, wer wer ist. Wie kann man solche Anfänge vermeiden?

Das Warm-up

Beim Schreiben muss das Gehirn erst einmal in Fahrt kommen, sich sozusagen warmlaufen. Ähnlich wie beim Sport braucht man eine Zeit, bis die Höchstform erreicht ist. Daher ist ein Anfang, der geschrieben wird, in der ersten Zeit des Schreibens meist als „Einschreiben“ zu werten. Man versucht sich dabei, alles zurechtzulegen, was man für seinen Text braucht. Ist das geschehen, beginnt das flüssige Erzählen beziehungsweise Schreiben. Alles, was davor geschrieben wurde, kann meist weggelassen werden. Eventuelle Informationen, die in diesem ersten Abschnitt gegeben wurden, müssen in den weiteren Text übernommen werden.

Die Personalkartei

Schreibt man eine Geschichte, in der Personen, Orte und auch Handlung aufeinandertreffen, sollte man für jede Person und jeden Ort einen Steckbrief anlegen. Ob man das auf Papier macht oder in einer Datei, ist jedem selbst überlassen. In diesen Steckbriefen werden die Eckdaten der handelnden Personen festgehalten oder auch die Besonderheiten eines Ortes. Im weiteren Verlauf des Schreibens kann man immer wieder in diesen Steckbriefen nachsehen, ob man zum Beispiel in einer Wohnung wirklich vom Wohnzimmer rechts um die Ecke in die Küche kommt, oder es vielleicht doch der Weg geradeaus war. Oder ob Tanta Erna nun lange blonde oder kurze schwarze Haare hatte.

Ist man sich seiner Personen oder der Orte noch nicht so ganz sicher, sollte man kleine Geschichten über sie schreiben. Was haben die Personen in der Kindheit erlebt, um den heutigen Charakter zu haben? Wer hat vorher in dem Haus gelebt, das nun verwunschen in einem verwilderten Garten steht? Durch solche kleinen Geschichten bekommen Menschen und Sachen mehr Profil und sind für den Autoren greifbarer. Das merkt auch der Leser.